Im Herbst 2015 beschlossen wir (Emanuela, Luna (the dog) und Philipp), den westlichen Teil der Küste Italiens für ca. 6 Wochen zu erkunden. Zur Erinnerung: Wir sind auf der Suche nach einer Stadt am Meer, in der wir uns vorstellen können für länger zu bleiben. Vielleicht solange, um Deutschland auch für mehrere Monate den Rücken zu kehren.

Am 14. Oktober ging es los – erstmal nach Marina di Massa in der Toskana. Dort hatten wir für 3 Tage ein kleines Hotel in Strandnähe gebucht. Leider war das Wetter sehr durchwachsen und kalt. Sollte diese Gegend als Ersatz für Deutschland wettermäßig etwa nichts taugen? Es sah ganz danach aus.

Halbinsel Porto Santo Stefano

Glücklicherweise wurde es wenigstens etwas sonniger auf den Exkursionen nach Pisa und Umgebung. Außerdem war unser nächstes Ziel noch weiter im Süden: Porto Santo Stefano. Und tatsächlich, hier war das Wetter schon deutlich angenehmer.

Die kleine Halbinsel in der Nähe von Grosseto mit der Hafenstadt Porto Santo Stefano ist sehr gemütlich, aber auch etwas hügelig. Besonders viel Strand gibt es auch nicht. Dafür fährt man lieber auf die andere Seite der Insel – zum Strand bei Poggio Pertuso.

Übrigens: von der Halbinsel geht auch eine Fähre nach Giglio – dort wo die Costa Concordia untergegangen ist!

Wer in dieser Gegend ist sollte unbedingt die hübsche Festungsaltstadt Grosseto besuchen. Und wer das Meer mag, findet bestimmt großen Gefallen an Castiglione della Pescaia. Dieser Ort hat eine tolle Altstadt auf dem kleinen Hügel und viele Strände rundherum.

Auch im Landesinneren gibt es viele kleine Städtchen, die alle einen Besuch wert sind: Manciano zum Beispiel.

Neapel

Nach zwei Wochen Porto Santo Stefano ging es weiter – spontan hatten wir uns für die Bucht von Neapel entschieden und dort ein kleines Apartment gebucht. Vor uns lagen 400 km mit kleinen Pausen bei Lido di Ostia (Strand von Rom) und Sperlonga. Letzteres ist wirklich ein süßer kleiner Ort am Meer. In der Saison aber hoffnungslos überlaufen.

In Neapel (Bericht dazu hier) waren wir für eine Woche. Anfangs waren die Menschen etwas mürrisch, doch nach einer Weile sehr offen und freundlich. Dies lag bestimmt auch daran, dass meine Freundin italienisch spricht und ziemlich attraktiv ist 😉

Im Großen und Ganzen waren wir von Neapel sehr überrascht. Unser Vermieter vom vorigen Apartment hatte uns vor der Stadt gewarnt. Seine Frau käme von dort und er wüßte über die miesen Ausraubtricks Bescheid. Lediglich der Verkehr hat uns etwas abgetörnt und dazu bewogen, nur mit dem Bus zu fahren.

Pompeji

Vor den Toren Neapels liegt der Vesuv und unmittelbar daneben Pompeji. Das mussten wir natürlich auch noch besuchen. Wir buchten also kurzerhand über booking.com ein Apartment dort für 3 Nächte.

Glücklicherweise waren wir in der Nebensaison dort – das Gelände des historischen Pompeji war nahezu leer. Wirklich beeindruckend die alten Straßen(reste), Gebäude, Tempel und Arenen.

Aber auch das neue Pompeji ist gar nicht so schlecht. Eine kleine Altstadt mit imposanter Kirche in der Mitte und schon fühlt man sich wie in Italien..

Sorrent

Da wir noch einen Tag für Besichtigungen übrig hatten, entschieden wir uns am Sonntag Sorrent zu besuchen. Nur ein paar Kilometer entfernt. Doch es war Sonntag. Und wir nicht die einzigen auf der einspurigen Straße zur Spitze der Landzunge. Es wurde immer langsamer in der Geschwindigkeit, der Ausblick aber immer besser. Trotzdem mir gefiel es nicht. Ich mag einfach keine Küstenstraßen mit steilen Felsen. Da fühle ich mich beengt.

Endlich erreichten wir Sorrent. Teuer, voll, aber trotzdem irgendwie nett. Doch wie geht’s zum Strand? Mit einem Fahrstuhl hinunter. Da war nachmittags schon keine Sonne mehr. Der hohen Felsen sei Dank. Glücklicherweise sah man das schon von oben und wir ersparten uns die Abfahrt. Einen Cappuccino liessen wir trotz der tollen Aussicht auch sausen – 3,90 € in Italien?

Ursprünglich wollten wir über Positano zurück nach Pompeji. Doch der Verkehrslage sei Dank, kehrten wir lieber um. In Positano gibt’s ja auch nur Steilküste und hohe Preise.

Wieder in den Norden Richtung Rom

Capua

Zuerst waren wir so in Reisestimmung, dass wir fast noch weiter in den Süden von Italien gefahren wären, doch der Gedanke an die lange Rückreise liess uns davon Abstand nehmen. Also auf nach Rom, der ewigen Stadt. Schon oft gesehen, doch natürlich darf sie nicht fehlen bei einer Rundfahrt.

Auf dem Weg dahin machten wir noch Halt in Capua. Dort gibt es ein sehr gut erhaltenes Amphitheater, auch bekannt durch die Serie „Spartacus„. Dieser kleine Abstecher war es wirlich wert. So gut wie keine Touristen und tolle Motive für ein Foto.

Vor den Toren Roms in einem alten Kastell

Da wir nicht vorhatten in den Trubel von Rom einzutauchen, suchten wir uns eine Unterkunft etwas außerhalb. Booking machte uns einen unschlagbaren Preis für das Castello della Castelluccia. Glücklicherweise mit Frühstück und ein Hund ist auch erlaubt! Ein Hotelservice brachte uns zum nahegelenden Bahnhof und holte uns abends dort wieder ab. So war auch die Reise in das Zentrum von Rom kein Problem.

Lesen Sie hier unsere Eindrücke von Rom.

Auf nach Florenz

Als besonderes Highlight hatten wir uns den Besuch von Florenz vorgestellt. Leider sollte genau das Gegenteil eintreten. Das gebuchte Apartment über airbnb.com war zwar ganz ok, doch weiter vom Zentrum entfernt als gedacht. Der Stadtteil wirkte tagsüber ganz ok, doch nachts sah man Prostituierte am Straßenrand.

In Florenz selbst waren wir von den vielen Touristen schockiert (trotz Nebensaison) und den natürlich hohen Preisen. Erst auf der anderen Seite vom Arno war es etwas erträglicher.

Warum wir unseren Aufenthalt sogar abbrachen und halsüberkopf abreisten, lesen Sie hier.

Montecatini Terme

Geprägt durch die Erfahrung in Florenz wollten wir die letzten Übernachtungen unserer Reise nur noch in Hotels verbringen. Der Erholungsort Montecatini Terme liegt in der Nähe von Florenz und schon in Richtung unser Heimat. Ein schöner Ort, um in Vorweihnachtsstimmung zu kommen. Hier gibt es nämlich das Weihnachtsdorf für Kinder. Entsprechend üppig ist alles geschmückt 🙂

Ein paar Quellen und Bäder hat es auch – wunderbar zu Entspannung.

Lucca

Als letzter Stop vor unserer Rückkehr nach Deutschland stand Lucca auf dem Plan. Eine tolle Stadt mit schöner Stadtmauer, auf der man übrigens fabelhaft mit dem Fahrrad die gesamte Altstadt umrunden kann. Leider war das Wetter Ende November nicht mehr so fabelhaft. Dicke Jacke und Mütze war angesagt. Also ist die Toskana für die Übergangsjahreszeiten Herbst und Frühling nicht wirklich zu empfehlen.

Trotzem blieb uns Lucca in guter Erinnerung. Im Sommer soll es hier auch tolle Musikfestivals geben. Diesen September zum Beispiel die Stones: http://www.summer-festival.com/

Am 26.11. ging es dann leider wieder zurück nach Deutschland..

Zum Abschluss ein paar Eindrücke dieser erlebnisreichen Reise

 

6 Wochen durch Italien – eine kleine Rundreise

Luna, Mela und Phil in Italien